von Aurelia Becker
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Frisch 1989

Einmal hatte ich das Glück, Max Frisch live zu erleben. Und zwar 1989 an einer Podiumsveranstaltung im Theater Basel zur Initiative "Schweiz ohne Armee". Petra Kelly war auch da und ihr späterer Mörder. Ich sass hinten oben und dachte: Jetzt bin ich mittendrin.

Homo Faber war eine Geschichte, die mir nie behagte. Auch die müssigen Frauengeschichten, die den Autor umgaben, interessierten mich nicht. Bis ich kürzlich auf eine Frau stiess, die mit Frisch vor Ingeborg Bachmann ein Verhältnis hatte und eine pubertierende Tochter. Die pubertierende Tochter war die letzte Lebenspartnerin von Frisch und angebliches Vorbild für die Sabeth in Homo Faber. Ich wollte wissen, wie die aussieht und gelangte via Google Bild Recherche zu einem Foto dieser Frau. Ich scrollte weiter und traute meinen Augen kaum. Meine Erinnerungen wurden lebendig, Basel 1989: Da war ich mit dabei. Ich untersuchte das Foto genauer und entdeckte zwei damalige Freundinnen von mir: Lachend in voller jugendlicher Schönheit.

Wie schnell doch die Zeit vergeht und das Leben. Frisch ist schon lange tot. Die Freundinnen älter und ich auch.

Es wird mir aber immer noch warm ums Herz, wenn ich an diese Veranstaltung, an diese Zeit im Theater Basel 1989 denke.

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