von Aurelia Becker
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Quittenmütze

Einmal mehr in der S-Bahn. Ein Junge mit einer gelben Erdbeermütze (selbst gestrickte Quitte?) hält eine grosse, transparente Kugel in den Händen. hochkonzentriert fällt er auf und versucht, eine Bleikugel durch eine komplex verwinkelte Konstruktion zu hieven. Die Mutter mit blaugrünem Haar und passendem Anorak sehe ich nur von hinten. Sie sagt zu ihrem Jungen: Wenn es zu schwierig wird, leg es hin. Aber der Junge schafft es, die Bleikugel ins Ziel zu leiten und legt das Spiel nieder.

Was möchtest du essen, fragt die Mutter.

Apfel.

Keinen Keks?

Nein.

Genüsslich kaut der Junge dann an einem Apfelschnitz. Mir fällt die direkte, warme Kommunikation zwischen Mutter und Kind auf. Keine telefonierende Mutter, kein digital abgelenktes Kind.

Gesundbrunnen. Sie S-Bahn hält und viele Menschen steigen zu. Der Zug ist jetzt voll. Neben mir ein Mann, er nimmt ein Buch. Und quer gegenüber noch einer, ebenso mit Buch.

Eine aussergewöhnliche Situation, denn normalerweise sind in solchen Zugabteilen alle jeweils mit ihren Handys beschäftigt. Zum Schluss noch dies: Kurz bevor ich aussteige, höre ich, wie die Mutter ihrem Kind ein Märchen vorliest.

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