von Aurelia Becker
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Stipendium

Ich habe mich beworben.

Auf ein Stipendium.

Aufwendig. Eine Woche intensiv. Informationen auf der Website schwierig. Vom Chef persönlich erhalte ich Antwort auf meine Mail. Ich will das Formular ausfüllen ohalätz, der Link führt ins Nirwana. Nochmals Mail, nochmals Chef. Was das wohl kostet? Ich such die Wegleitung. "Die können wir frühestens bei der nächsten Bewerbungsrunde hochschalten."

Ich lege los und schicke ab. Mein Projekt: Ein Roman. Zehn Kapitel (mittlerweile zwölf), 200 Seiten. Manchmal experimentell.

Eingangsbestätigung, dann warten. Warten, warten.

Bis ein Brief kommt. Ich weiss, dass das nichts Gutes  bedeutet. Gut sind Telefonate. Der Brief kommt am 15.3.24 (datiert auf 6.3).

"Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass ... Ihrem Gesuch ... nicht entsprochen werden kann. Die Jury anerkennt Ihr Bemühen nach einer eigenen Sprache, jedoch vermag diese in ihrer Verknappung den Text und die Charaktere oft nicht zu tragen...und es ist nicht nachvollziehbar, inwiefern es sich im vorgelegten Manuskript um eine Coming of Age Geschichte handelt." (habe ich das irgendwo geschrieben?).

Mit dem muss ich Leben. Was mich irritiert, ist die quasi Aufforderung am Schluss, sich gegen diesen Entscheid mit einem "Erlass einer anfechtbaren Verfügung zu wehren".

Bin ich Michaela K.? Was kostet das alles: Rekurs, Gutachten, erneutes Befinden? Mehr als mein erhofftes Stipendium?

Ich lass es so bewenden. Ich fahre fort mit meinem Roman. Ich hab ein gutes Gefühl. Aber das hatte Florence Foster Jenkins bei ihren Arien auch.

 

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