Tiere
Heimweh kannte ich nur vom Meerschweinchen.
Es starb als ich in einem Ferienlager war.
Pferde, Hunde musste ich mögen, um als Mädchen stark zu sein.
Ich verbarg meine Angst.
Regenwürmer, so erzählte es meine Mutter, spürte ich auf, bevor ich sprechen konnte.
Katzen lerne ich sehr spät lieben. Mutter hatte panische Angst vor ihnen.
Im Zoo mochte ich die futterdressierten Seelöwen und das Elefantenreiten.
Der Pfau war farblich schön,
Die Flamingos schwul.
Dass die Entenweibchen die hässlichen waren, konnte ich Vater nicht glauben.
Er bluffte und behauptete oft.
Mama sprach nur auf Fragen.
Als ich einmal einen sprechenden Beo von einer Klassenkameradin zwei Wochen in Pension nahm, tat ich das nur, um anerkannt zu werden. Es war schrecklich.
Hunde haaren, Fische können nicht sprechen, Ponys sind doof.
Bis ich mir von einem Bauernhof eine junge Katze holte. Mama sagte nein, das war mir egal.
Die Medizin kam ihr zu Hilfe. Ich entwickelte, wie schon bei den Pferden, eine Allergie.
Den Raben, den ich mir als ein aus dem Nest gefallenes Küken auf unsere grosszügige Terrasse holte, musste ich im Sommer an eine Nachbarin verschenken, da Mama mit dem Liegestuhl auf die Terrasse wollte.
Papa brachte mal einen Hund nach Hause. Der war krank und verzeckt. Er musste wieder gehen.
Heute lebe ich tierfrei, sammle Kuhpostkarten und Hühnerbilder. Das reicht.